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Lebenskrisen - Spirituelle Krisen

Ob jede Lebenskrise eine spirituelle Krise ist, hängt m.E. davon ab, ob sie in dieser Dimension erkannt und verstanden wird. Prinzipiell glaube ich, daß Lebenskrisen immer auch die spirituelle Ebene beinhalten und das nicht nur bei Krisen im religiösen Bereich (z.B. tiefe Zweifel im Glauben).

Lebenskrisen gehören zum Leben, so wie z.B. das Abwerfen der Blätter bei Pflanzen.Ohne Krisen ist ein Wachstum nicht möglich. In der Krise selbst geht diese Sicht (wie eben auch in der Mitte des Labyrinths - siehe hierzu meine bisherigen Ausführungen) verloren. Wer mit dem Überleben kämpft, verliert den Überblick. Wer sich einmal durch ein Labyrinth aus Hecken begeben hat, wird das kennen.

Lebenskrisen können durch vielfältige Auslöser entstehen:Krieg, Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Trennung, Verlust eines geliebten Menschen oder auch Erinnerungen an traumatische Erlebnisse in der Kindheit (sexuelle Gewalt, Mißhandlung, Vernachlässigung, Kriegstrauma etc.) oder im Erwachsenenalter (z.B. Vergewaltigung, körperliche Mißhandlung). Es handelt sich jeweils um eine seelische Erschütterung, die mit einem Erdbeben oder Tsunami vergleichbar ist und die somit den sicher geglaubten Boden wegzieht. Das bisher stabil und sicher geglaubte Spinnennetz reißt an meheren Stellen gleichzeitig. Das Fundament wird zerstört. Wie nach einer Naturkatastrophe bleibt nichts mehr oder nur das Nötigste von dem, was einmel Schutz und Halt gegeben hat. Parallel dazu wird auch das Welt-/Glaubensbild erschüttert oder es bricht total zusammen. Die Vorstellung, in Sicherheit zu sein, eine äußere und/oder eine innere Heimat zu haben, löst sich auf. Jeder Halt geht verloren. Es entsteht das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen. Im Märchen "Frau Holle" springt das Mädchen in den Brunnen/die Tiefe/das Ungewisse. Dann geht es nur noch abwärts, ohne zu wissen, wann der Sturz endet bzw. ob er überhaupt enden und ob es jemals wieder festen Boden unter den Füßen geben wird. Viele Märchen und Mythen zeigen uns, welchen Weg wir in der Unterwelt zu geben haben und welche Prüfungen zu bestehen sind. Der Mythos der Inanna weist m.E. eine sehr große Parallele zu Wachstumskrisen auf. Inanna muß alle ihre Insignien der Macht und Reichtümer zurücklassen. Sie steigt nackt in die Unterwelt. Dieser Mythos und das Labyrinthsymbol können eine Hilfestellung geben, wie  eine Krise, wenn sie zu einem neuen Fundament und Wachsstum führen soll,  bewältigt werden kann. Immer geht es dabei um Tod und Wiedergeburt (so wie auch z.B. im Jesus-Mythos).

Krisen können jeden Menschen treffen, egal ob gläubig oder nicht gläubig. Ein innerer Tsunami macht vor nichts halt. Nach meinen Erfahrungen zieht eine Lebenskrise immer eine spirituelle Krise mit sich. Was Neues daraus erwächst, bleibt lange im Verborgenen. Entscheidend ist, daß auf dem Weg durch die Unterwelt Ballast abgeworfen wird. Der weitere Weg kann dann unter dem Motto  "Reisen mit leichtem Gepäck" gegangen werden. Und das lohnt sich doch bei den Felsbrocken, die wir mit uns rumschleppen. Und es entsteht ein inneres, stabiles Netz, das unabhängig von Äußerem ist. 

9.8.17 14:17

Letzte Einträge: Der Gang durchs Labyrinth des Lebens, Der Labyrinthweg als Weg durch die Krise

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